Der Wikiartikel Podcast · Staffel 1, Folge 1

Wer schreibt Wikipedia,
und wer entscheidet?

Eine der meistbesuchten Websites der Welt, und dahinter steht kein Konzern, sondern eine Community aus Freiwilligen. In unserer ersten Folge klären wir, wie Wikipedia funktioniert und warum sie für Google, KI und die eigene Reputation so viel Gewicht hat.

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Warum Wikipedia heute so viel Gewicht hat

Wikipedia kennt jeder, und fast jeder nutzt sie. Trotzdem wissen die wenigsten, wie sie eigentlich funktioniert. In unserer ersten Folge erzählen wir, Anton und Martin, wer wir sind, warum wir diesen Podcast machen und warum Wikipedia für Unternehmen und Personen heute so wichtig ist.

Kurz erklärt

Wikipedia ist eine frei zugängliche Online-Enzyklopädie, die von Freiwilligen geschrieben wird. Dahinter stehen kein Konzern, keine Redaktion und keine Werbeabteilung. Jede Aussage muss neutral formuliert und mit Quellen belegt sein.

Eine Enzyklopädie, keine Werbefläche

Ein Wikipedia-Artikel ist keine eigene Website, sondern ein Eintrag in einer Enzyklopädie. Im Grunde das, was früher das Lexikon im Bücherregal war, nur digital. Eigenwerbung hat dort keinen Platz. Im besten Fall spricht eine sachliche Beschreibung für sich.

Geschrieben und geprüft wird Wikipedia fast ausschließlich von Freiwilligen, die unterschiedliche Rollen haben. Manche schreiben Artikel, sogenannte Sichter prüfen Änderungen und geben sie frei. Man kann sich das wie ein riesiges Netzwerk vorstellen, in dem jeder mitreden kann. Das ist Vorteil und Nachteil zugleich.

Warum Wikipedia für Unternehmen zählt

  • Google: Bei der Suche nach einem Firmen- oder Personennamen steht der Wikipedia-Artikel oft ganz oben, manchmal sogar über der eigenen Website.
  • KI: ChatGPT und andere KI-Assistenten greifen besonders häufig auf Wikipedia zurück. Laut einer Auswertung von Profound (August 2024 bis Juni 2025) entfallen 47,9 Prozent der Verweise unter den zehn meistgenutzten Quellen von ChatGPT auf Wikipedia.
  • Multiplikatoren: Journalistinnen, Investoren und Bewerber lesen den Artikel und treffen auf dieser Grundlage Entscheidungen.

Genau deshalb ist Aktualität so wichtig. Steht im Artikel ein falsches Gründungsjahr oder eine veraltete Mitarbeiterzahl, kann das von der Presse übernommen werden. Und schon wird aus einem Fehler scheinbar eine Tatsache.

Für wen sich ein Artikel lohnt

Weil nicht jeder einen Wikipedia-Artikel bekommt, schafft er Vertrauen. Interessant ist das für Unternehmen, die die Relevanzkriterien erfüllen, und für Personen: Unternehmerinnen, Künstler und alle, die öffentlich wahrgenommen werden.

Eins sollte man dabei wissen: Wikipedia ist neutral. Neben den Erfolgen stehen dort auch Kritik und Kontroversen, wenn sie belegt sind. Solche Passagen lassen sich in der Regel nicht einfach entfernen. Ob Sie oder Ihr Unternehmen überhaupt relevant genug sind, klären wir in Folge 2. Eine erste Einschätzung gibt Ihnen auch unser kostenloser Relevanzcheck.

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Das Transkript wurde für die bessere Lesbarkeit sprachlich leicht geglättet.

Wikipedia gehört zu den meistbesuchten Websites der Welt. Sie spielt in einer Liga mit Google und YouTube. Je nachdem, welche Quelle man befragt, sind es 4,1 Milliarden Besucher pro Monat oder sogar bis zu 22,1 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat. Das muss man sich erst einmal vorstellen: Das sind teilweise mehr Seitenaufrufe pro Monat, als es Menschen auf der Welt gibt. Und das Interessante daran: Dahinter steckt kein Konzern, keine Redaktion und keine Werbeabteilung. Alles basiert auf Freiwilligen.

Wikipedia ist etwas, das jeder von uns kennt und jeder von uns nutzt, und genau deswegen ist sie so interessant. Wenn jemand bei Google einen Namen eintippt, oder ganz modern eine KI fragt, dann ist das, was er als Erstes sieht, häufig Wikipedia.

Wer sind wir? Das ist eine super Frage. Wir sind Wikiartikel, eine Agentur aus Berlin, und beschäftigen uns tagtäglich mit Wikipedia. Nicht nur mit der Erstellung von Artikeln, sondern auch mit der Überarbeitung. Vor allem für Unternehmen, aber auch für Persönlichkeiten, die wir auf ihrem Weg begleiten. Sei es von Anfang an, wenn ein neuer Artikel geschrieben und veröffentlicht wird, oder bei Artikeln, die schon online sind und überarbeitet werden sollen. Spezialisiert haben wir uns auf den DACH-Raum, auf deutschsprachige, aber auch englischsprachige Artikel.

Vielleicht noch eine Sache, die uns im Vergleich zu vielen anderen Agenturen besonders macht: Wir sind eine der wenigen Agenturen im DACH-Raum, die ihre Preise transparent vorab auf der Website kommunizieren. So, jetzt genug Eigenwerbung.

Warum machen wir diesen Podcast? Im Kern geht es uns darum, aufzuklären. Wir möchten eine Einführung in Wikipedia geben: Warum ist Wikipedia relevant, und warum ist vielleicht auch für Sie und Ihr Unternehmen ein Wikipedia-Artikel relevant?

Das ist auf jeden Fall ein gutes Stichwort. Viele kennen Wikipedia eher noch aus Schul- oder Unizeiten. Für manche ist das vielleicht ein etwas verstaubter Begriff: Man wollte etwas recherchieren und brauchte einen Beitrag, bei dem man wusste, dass jemand sich Mühe gegeben und wirklich recherchiert hat, dass das Hand und Fuß hat und man sich auf die Richtigkeit verlassen kann. Doch das ist heute längst nicht mehr alles. Genau deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, dieses verstaubte Thema aufzugreifen und es gerade mit Blick auf die Sichtbarkeit in KI und die Online-Reputation wieder auf den Plan zu bringen und darüber zu quatschen.

Genau. Dazu haben wir uns einige Folgen überlegt. Die erste ist diese hier. Ihr wisst jetzt schon ein bisschen, wer wir sind und warum wir das Ganze machen. In dieser Folge beantworten wir die große Frage: Warum ist Wikipedia überhaupt relevant? Danach gehen wir einen Schritt weiter: Sind Sie als Unternehmen oder als Person relevant genug für Wikipedia? Denn kleiner Spoiler vorab: Nicht jede Person und nicht jedes Unternehmen ist in Anführungszeichen „wichtig genug“ für Wikipedia.

Genau. Dabei geht es vor allem um die Relevanzkriterien. Genau diese Relevanzkriterien machen Wikipedia so erfolgreich. Sie haben dazu beigetragen, dass Wikipedia all die Jahre Bestand hatte und dieses Vertrauen genießt: Nicht jeder und nicht jedes Unternehmen kann dort platziert werden, sondern es müssen bestimmte Ansprüche erfüllt sein, um überhaupt aufgenommen zu werden. Darauf gehen wir in Folge 2 ein.

Folge 3 ist dann eher eine Anleitung: Wie geht man die Sache eigentlich an? Wenn man Interesse hat und die Relevanzkriterien erfüllt, wie schafft man es, einen Artikel zu erstellen, der genau diesen Richtlinien entspricht? Und wie findet man sich in der Umgebung zurecht, in der man den Artikel bei Wikipedia hochlädt? Was muss man machen, worauf muss man achten?

In der vierten Folge gehen wir auf Alternativen ein. Wir möchten auch andere Enzyklopädien beleuchten, zum Beispiel ganz aktuell Grokipedia von Elon Musk, oder andere, die neben Wikipedia im Internet relevant sind. Stichwort Wikidata.

Aber ich würde sagen, wir starten mit dem Thema dieser Folge: Warum Wikipedia? Ich würde gern damit anfangen, einmal zu definieren, was Wikipedia überhaupt ist. Wir müssen verstehen: Wikipedia ist keine eigene, persönliche Website eines Unternehmens oder einer Person, sondern eine Enzyklopädie. Das heißt, wir haben hier zumindest den Anspruch, wenn auch nicht immer die Realität, dass alles neutral formuliert ist. Das heißt natürlich auch: Für Eigenwerbung ist Wikipedia nicht geeignet. Im besten Fall steht eine objektive Beschreibung des Unternehmens oder der Person für sich, und das ist dann schon Werbung genug.

Und was wir auch haben: Wikipedia hat kaum Angestellte. Der Großteil der Leute, die Wikipedia tagtäglich bearbeiten, sind Ehrenamtliche, also Freiwillige, und hier gibt es verschiedene Rollen. Man kann sich das wie ein ganz großes Netzwerk vorstellen, in dem jeder etwas zu sagen hat. Das ist der Vorteil, aber auch der Nachteil daran. Was für Rollen gibt es überhaupt?

Das ist ein sehr großes Thema. Je nachdem, wann man bei Wikipedia gestartet ist, hat man die Möglichkeit aufzusteigen und verschiedene Rollen einzunehmen. Man kann zum Beispiel einfach nur etwas hochladen. Dann gibt es aber auch Sichter, die die Möglichkeit und die Aufgabe haben, Texte zu sichten und freizugeben, damit sie im Internet gefunden werden. Darüber berichten wir später noch ausführlicher.

Um das Thema „Was ist Wikipedia eigentlich?“ kurz abzuschließen: Im Grunde ist es ähnlich wie die Nachschlagewerke von früher, die verstaubt im Bücherregal standen, nur eben die digitale Version. Inhalte zu Unternehmen und Personen, neutral geschrieben, die kurz und knackig wiedergeben, worum es geht und warum ein Thema relevant ist. Und ganz wichtig: objektiv. Jede Aussage muss belegt sein, zumindest in den aktuelleren Versionen. Früher war das nicht ganz so. Da sind wir wieder beim Thema Neutralität und Objektivität.

Ich würde sagen, wir springen zum nächsten Thema: Warum ist Wikipedia für Sie als Unternehmen relevant? Punkt Nummer eins: Wikipedia rankt bei Google, unserer wichtigsten Suchmaschine in Europa, in der Regel ganz weit oben. Selbst wenn man einen Firmen- oder Personennamen eingibt, wird der Wikipedia-Artikel teilweise sogar über der eigenen Unternehmenswebsite angezeigt, auf Position eins, zwei oder drei. Damit beeinflusst er maßgeblich, was andere Leute, potenzielle Kunden oder potenzielle Mitarbeiter von einem denken.

Wenn wir uns das mit Blick auf KI anschauen, sehen wir ein ähnliches Bild. ChatGPT öffnet natürlich nicht direkt Wikipedia, aber woher bekommt ChatGPT seine Informationen? Die Nummer-eins-Quelle von ChatGPT ist Wikipedia.

Genau. Und dann haben wir eine Art Effekt, der sich von dort aus durchzieht. Weil Wikipedia so wichtig ist und so eine Marktmacht hat, ist sie auch ein Nachschlagewerk für Journalisten, für Investoren oder für Bewerber. Die lesen den Wikipedia-Artikel und treffen darauf basierend möglicherweise eine Entscheidung. Im schlimmsten Fall steht im Wikipedia-Artikel etwas Falsches, das wird in einen Presseartikel übernommen, und schon haben wir in Anführungszeichen eine „objektive“ Presseaussage, dass zum Beispiel das Gründungsjahr ein anderes ist, als es tatsächlich ist.

Generell ist Wikipedia, wie du gerade schon dargelegt hast, eine unabhängige Quelle, die sehr weit oben rankt und nicht nur die Reputation der eigenen Firma oder Person stärkt, sondern auch KI-Systeme speist. Und genau das ist das Stichwort, warum Aktualität so wichtig ist. Es gibt nichts Schlimmeres für die Reputation, als wenn Daten nicht aktuell gehalten werden, wenn Firmennamen falsch sind oder Mitarbeiterzahlen nicht korrekt dargestellt werden. Deshalb ist es wichtig, auf Aktualität zu achten, aber auch darüber nachzudenken, ob ein Eintrag für einen relevant wäre, wenn man Wert darauf legt, online gefunden zu werden, und zwar auf die richtige Weise.

Bevor wir weitermachen, habe ich noch eine kleine Sache, denn wir haben natürlich ein paar Zahlen vorbereitet. Laut einer Studie von Profound, die den Zeitraum von August 2024 bis Juni 2025 betrachtet, sind 47,9 Prozent aller Quellenangaben bei ChatGPT Wikipedia. Fast die Hälfte. Das ist enorm, und damit ist natürlich auch die Relevanz für Unternehmen und Personen enorm.

Eines der letzten Themen: Für wen lohnt es sich? Das haben wir schon ein bisschen angeschnitten. Grundsätzlich sollte ein Wikipedia-Artikel aktuell sein. Und weil Wikipedia so eine Marktmacht hat, erzeugt ein Artikel Vertrauen. Darüber haben wir uns im Vorgespräch zu diesem Podcast auch unterhalten. Es ist natürlich wahnsinnig interessant, einfach sagen zu können: „Google mal meine Person, google mal mein Unternehmen“, und dann kommt ein Wikipedia-Eintrag. Denn eben nicht jeder kann sich einfach einen Wikipedia-Eintrag erstellen lassen oder selbst erstellen.

Das sind im Prinzip auch unsere Zielgruppen. Für wen ist es relevant? Für klassische Unternehmen ab gewissen Relevanzkriterien und für Personen. Das kann der klassische Unternehmer sein, aber auch die Künstlerin, also jeder, der sich in irgendeiner Form verkaufen muss. Aber man braucht die notwendige Relevanz.

Verkaufen ist auf jeden Fall ein gutes Stichwort, aber auch einfach Relevanz ausstrahlen, gerade für Persönlichkeiten wie Künstler, wie du gerade gesagt hast. Es ist natürlich auch schön, wenn Kunstwerke abgebildet werden können und die Vita dargelegt ist, gerade für Persönlichkeiten im künstlerischen Bereich oder im Unternehmertum. Eine Vita, die die eigene Reputation stärkt und Referenzen aufzeigt: Was ist das für eine Persönlichkeit? Durch welche Unternehmen ist sie gegangen, was hat sie vorangetrieben? Aber eben auch: Welche Shitstorms gab es? Denn man muss dazu sagen, Wikipedia ist neutral geschrieben. Es kommen positive wie negative Aspekte darin vor, und das muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen: Beide Seiten der Medaille werden beleuchtet.

Und eine Sache, die wir vielleicht auch noch sagen können: Wir bekommen immer wieder die Anfrage, „Hier steht etwas Negatives über mich oder über unser Unternehmen, können wir das entfernen?“ Und da müssen wir offen gesagt in der Regel Nein sagen. Denn dafür gibt es Quellen, das gehört dazu. Würden wir es entfernen, würde es jemand anderes wieder hinzufügen. Wikipedia ist ein Zusammenspiel verschiedener Menschen mit verschiedenen Meinungen, und dort muss man in irgendeiner Form einen Konsens finden.

Ich glaube, wir kommen so langsam zum Abschluss dieser Folge. Um schon ein bisschen anzuteasern, was wir als Nächstes besprechen: Ab wann sind Unternehmen und ab wann sind Personen überhaupt relevant genug? Hier schon einmal vorweg: Auf wikiartikel.de findet ihr eine kostenlose Relevanzeinschätzung. Die ist natürlich nicht hundertprozentig so, wie Wikipedia selbst entscheiden würde, aber sie vermittelt schon einmal einen ersten Eindruck.

Ansonsten würde ich sagen, wir bedanken uns für die erste Folge. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns kontaktiert und eine Bewertung hinterlasst. Wir sehen uns bei der zweiten Folge, besser gesagt: Wir hören uns. Euer Team von wikiartikel.de.

Häufige Fragen

Fragen rund um Wikipedia

Was ist Wikipedia?

Wikipedia ist eine frei zugängliche Online-Enzyklopädie, die von Freiwilligen weltweit geschrieben wird. Sie wird von der gemeinnützigen Wikimedia Foundation betrieben, zeigt keine Werbung und finanziert sich über Spenden.

Wer schreibt und prüft die Artikel?

Die Artikel werden von Freiwilligen geschrieben. Es gibt keine Redaktion. Erfahrene Nutzerinnen und Nutzer, die sogenannten Sichter, prüfen Änderungen und geben sie frei.

Warum ist Wikipedia für Unternehmen wichtig?

Wikipedia-Artikel stehen bei Google oft ganz oben und gehören zu den wichtigsten Quellen für KI-Assistenten wie ChatGPT. Journalisten, Investoren und Bewerber nutzen sie als Nachschlagewerk. Ein Artikel prägt daher, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird.

Kann man negative Inhalte aus Wikipedia entfernen lassen?

In der Regel nicht. Wikipedia ist neutral und bildet auch Kritik ab, wenn sie durch Quellen belegt ist. Wer belegte Inhalte entfernt, muss damit rechnen, dass sie wieder eingefügt werden.

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Nächste Folge Folge 2: Sind wir relevant genug für Wikipedia?

Die Relevanzkriterien für Unternehmen und Personen und die größte Falle beim Alleingang.

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